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24 Weihnachtsgeschichten bei schicksal.com

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24 Schicksale, 24 Menschen, 24 Weihnachtsgeschichten - Wie zu Weihnachten das Schicksal verändert wurde.

Das Leben ist schön

Das Leben ist schön DIANA WINKLER Ich gehe zum Fenster, streiche sanft über das Fell meines Katers und schaue durchs Fenster auf die verschneite Straße. Es ist dunkel. Häuser erstrahlen im Licht der vielen bunten Lichterketten, und es ist eine ungewöhnliche Stille. Bald ist Heiligabend. Ich halte inne, gehe ins Wohnzimmer, schalte den Fernseher ein, zappe mich durch die TV-Kanäle. Familiensendungen, Weihnachtsmusik, Kochsendungen. Ich werde traurig. Denke zurück an jene Zeit und begebe mich an diesen Ort, wo einst die Familie noch zusammen war. Wie ich mit meiner Oma zusammen den Christstollen gebacken und Plätzchen ausgestochen habe. Wie mein Vater den Weihnachtsbraten vorbereitet hat. Der Duft von früher stieg vor mir förmlich empor. Und ich war einige Minuten komplett weggetreten, doch es kam mir wie eine Ewigkeit vor. Auf einmal zogen all die Jahre an mir vorbei Wie stehen die Sterne im neuen Jahr? Dein Jahreshoroskop 2014! www.schicksal.com/Horoskop-Shop/ Jahreshoroskope/Jahreshoroskop-2014 wie ein einziger Film. Ich bin mit meiner Oma und meinem Vater groß geworden. Meine Mutter hatte sich nie um mich gekümmert. Zu meiner Oma habe ich Mama gesagt, weil ich es nicht anders kannte und sie mich groß gezogen hat in voller Liebe. Mein Vater war die meiste Zeit berufstätig. Und durch seinen Beruf als Architekt im gesamten Bundesland unterwegs. Aber wenn er heim kam, dann war er überglücklich, Zuhause zu sein. Mir hat es an nichts gefehlt. Viele meiner Freundinnen kamen gerne zum Essen vorbei zur Schulzeit. Meine Oma hatte extra mehr gekocht und sich gefreut, wenn sie andere glücklich machen konnte. Später spielten wir, das war unser Ritual, jeden Abend ein Brettspiel. Es wurde zusammen gelacht, geweint, gefeiert ... Bis zu jenem Tag, als mein Vater die Diagnose Krebs bekam. Schock! »Sie haben nur noch ein halbes Jahr zu leben«, hieß es. 6

Gehirntumor! Zahlreiche Krankenhäuser, Kuren und zuletzt dann Zuhause. Ich erkannte meinen Vater äußerlich nicht wieder. Was ist aus jenem Menschen geworden? Wenig später: wieder Krankenhaus. Das letzte Mal. Er verstarb! Zu viele Metastasen. Meine Oma fiel in ein Loch. Ihr geliebter Sohn. So jung verstorben. Manchmal wurde ich wach, weil ich nachts ein Schluchzen hörte. Es war Oma. Unzählige Bilder meines Vaters auf dem Wohnzimmertisch verteilt und eine einzelne Kerze. Ich ging zu ihr, wusste, ich musste stark sein und meine Trauer wegstecken. Ich nahm sie in den Arm und sagte »Alles wird gut«. Ich ging ins Bett, zog die Decke über meinen Kopf und schlief mit feuchten Augen ein. Diese Situation fand ich noch sehr oft vor. Es hat mich zerrissen! Dein persönliches Horoskop im Shop – sofort lieferbar! www.schicksal.com/ Horoskop-Shop Es verging einige Zeit, Jahre und alles hatte sich neutralisiert nach und nach. Der Alltag kehrte zurück. Eines Tages gingen Oma und ich spazieren, sie bekam ein Stechen und fing an, sich zum Boden zu krümmen und sagte, sie spürte, dass sie sterben würde. Ich konnte es nicht glauben. Darauf wurde Sie ins Krankenhaus gefahren. Es war Wochenende. Oma lächelte mich an, ihre Augen erzählten mir in dieser Minute, in der sie mich ansah, so viel und sie fragte mich mit einem tiefen Blick ein allerletztes Mal, ob es mir gut gehe. Wenn ich gewusst hätte: Es sind ihre letzten Stunden gewesen ... Ihr ginge es gut, und sie wollten sie nur zur Vorsorge dort behalten, hieß es. Keine schlimme, ernsthafte Situation. Ich hatte noch wichtige Dinge zu erledigen. 7

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