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24 Weihnachtsgeschichten bei schicksal.com

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24 Schicksale, 24 Menschen, 24 Weihnachtsgeschichten - Wie zu Weihnachten das Schicksal verändert wurde.

nehm zu zwicken.

nehm zu zwicken. Vielleicht hätte ich doch auf den letzten Keks verzichten sollen oder mir nicht so viel herrliche Räucherforelle auf den Teller häufen sollen. Doch wenige Minuten später wird es zur Gewissheit, das Zwicken wird zum Ziehen. Es sind nicht die Weihnachtskekse. Wenige Minuten später fährt der Schmerz wieder durch meinen Körper und ich spüre, dass die Wehen begonnen haben. Ich muss meine Hebamme verständigen. Jemanden um ein Uhr früh anzurufen fällt schwer, mitten in der Weihnachtsnacht zum Telefon zu greifen, nicht etwa um Frohe Weihnachten zu wünschen, so etwas macht man nicht. Doch der nächste Wehenschub kündigt mir die Ernsthaftigkeit der Lage an. Mein Mann holt die Mutter zurück und auch die Hebamme beantwortet müde meinen Anruf. Ob es nicht vielleicht doch noch etwas dauern könnte, fragt sie, als ich ihr nicht mehr antworten kann, wissen alle, wir müssen schnell ins Krankenhaus. Dort angekommen wünsche ich den Schwestern Frohe Weihnachten, die vermutlich lieber noch weiter geruht hätten und wenig begeistert antworteten. Nach den ersten Untersuchungen lande ich sofort im Kreissaal - mit Zittern, Übelkeit und den unvorstellbaren Schmerzen einer Geburt. Ich glaube es nicht auszuhalten und will nur noch nach Hause gehen, auf meiner Couch sitzen in meine Schafwolldecke gewickelt. Ich habe solche Angst. Wie in langen beruhigenden Mantras versucht die Hebamme zwischen den Presswehen mich zu beruhigen. Meine Yogaatmung, die optimale Positionen, alles ist vergessen, es gibt nur noch Schmerz und Angst. Schließlich gibt sie ihr gutes Zureden auf und sagt, dann bekommst du dein Kind eben mit Angst. Und wie ein Wunder stößt sich das Köpfchen durch und wenige Augenblicke später halte ich das kleine Wesen in meinen Armen. Ich fühle die faltige Haut auf meinem Körper und höre die ersten Atemzüge. Ich spüre ihren Herzschlag an meinem und atme tief ihren wunderbaren Duft ein, besser als alle Tannenbäume, Zimstangen und Vanillekipferln zusammen. Mein Mann ist inzwischen nach Hause gefahren und wird unseren Sohn mit den Worten wecken: »Du hast heute Nacht ein Schwesterchen bekommen.« Die Tränen laufen mir übers Gesicht, während sich draußen sanft der Himmel orange färbt und den Weihnachtsmorgen ankündigt. Langsam beginne ich zu begreifen – das ist das Wunder des Lebens – das ist Weihnachten. Ilona Heckl 25.12.2006 Janno Heckl 20.12.2004 Dein persönliches Horoskop im Shop – sofort lieferbar! www.schicksal.com/ Horoskop-Shop 56

Manche Wunden heilen nie ganz RENA HARDTLOFF Weihnachten 2011: Das Leben ist schön, mir kann nichts geschehen. Ein Mann, der mich liebt, ein wundervolles Haus, gute Arbeit, nette Freunde, und dann wirst du eines Morgens wach und nichts ist mehr so, wie es war. »Ich werde mich trennen«, war der Satz, der mein Leben von dieser Sekunde an einfach mal eben so aus der Bahn warf. Ich hörte die Worte, aber angekommen sind sie, auch zwei Jahre später nicht wirklich. 14 Jahre Liebe, Leid, Freude, Höhen und Tiefen. Wir haben gelacht, geweint. Alle Hürden gemeinsam gestemmt. Niemand hätte sich jemals zwischen uns drängen können, so glaubte ich. Doch dann, von jetzt auf gleich, wenn du nicht damit rechnest, PENG … Die andere Frau: Jung, hübsch, charmant. Sie setzte ihm die rosarote Brille auf und verwandelte den Mann, den ich glaubte, so gut zu kennen, in einen anderen. Sie zog ihn in ihren Bann, ließ ihn nicht los. Egal, was ich auch versuchte. Es war, als hörte er mich nicht. Er war kalt und gefühllos. Ein Fremder. Zumindest so lange, bis er tatsächlich alles wegwarf, das ihm einst so lieb und teuer gewesen war. Oh, ich habe gekämpft. Und wie ich das tat, doch auch wenn es kurzzeitig eine Wende gab und wir einen Neustart wagten, so verlor ich den Mann, den ich liebte letztlich dennoch an sie. Dein persönliches Horoskop im Shop – sofort lieferbar! www.schicksal.com/ Horoskop-Shop Ich liege abends in meinem Bett und stelle mir oft vor, wie es wohl wäre, wenn man die Vergangenheit zurückholen könnte. Will ich das? NEIN! Denn es würde nichts bringen. Der Schatten der Vergangenheit wäre allgegenwärtig. Und auch wenn meine Gefühle nie ganz verblassen und er immer einen besonderen Platz in meinem Herzen haben wird, ist da dieser Riss, der sich quer durch mein Herz zieht. Mein Leben hat sich verändert. Nach einer langen Zeit der Tränen und der Verzweiflung, weiß ich, manche Wunden heilen nie ganz und das ist gut so, denn sie erinnern uns stets daran, niemals unsere Stärken zu vergessen und an unserem Willen festzuhalten. 57

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